Martin Gey

  • als Hans-Joachim Preil
  • geboren 1983 in Leipzig
  • Abitur und anschließend Studium der Politikwissenschaft in Leipzig und Breslau/Polen
  • Abschluss des Studiums: 2010 (Magister Artium)
  • Charaktereigenschaften: weltoffen, pragmatisch, kommunikativ
  • Interessen und Hobbys: (politisches) Kabarett (Loriot, Mathias Richling, Tom Pauls), Mittel- und Osteuropa, Krimis 
  • Lebensmotto: „Das ganze Leben ist ein Theater."

Interview


Ich habe die ersten Stücke schon als kleiner Junge kennengelernt. Meine Großeltern hatten zwei Schallplatten von Herricht und Preil.

Das war der Krimi-Sketch. Die Story mit dem Ganoven, der eine Bank überfällt, fand ich aufregend. Ich muss allerdings gestehen, als kleiner Junge nicht alle Pointen verstanden zu haben.

Ja. Das kann ich so sagen. Manche Pointen haben sich für mich erst später erschlossen. Ich fand es spannend, nach und nach die Wortspiele zu erkennen. Ich finde die Sketche sehr intelligent geschrieben und wunderbar gespielt.

Das Ausnutzen der Mehrdeutigkeit der deutschen Sprache und das Spielen damit – dies macht für mich die Sketche aus. Das ist Humor, der sich nicht sofort erschließt. Und besonders schön ist, dass der Humor im Grunde zeitlos ist. Ja, es gibt in den Sketchen Andeutungen, die man vor dem Hintergrund der Zeit, in der sie entstanden, sehen kann. Aber „Herricht und Preil" sind für mich wegen der Machart einzigartig: die beiden gegensätzlichen Charaktere, die Szenerie mit den praktischen Beispielen, das Muster, dass am Ende Herricht trotz allem über den Besserwisser Preil siegt...

Das ist schwer zu sagen. Besonders witzig finde ich das Stück „Klavierkauf". Aber auch „Mückentötolin" und „Der Gartenfreund" sind für mich allererste Sahne.

Die Figur ist für mich ambivalent. Einerseits kommt der Preil als neunmalkluger Besserwisser und Choleriker einher, der Herricht immer zurecht weist. Das ist sicher nicht besonders sympathisch. Andererseits versucht er immer wieder, Herricht alles mögliche – zum Teil Banales – zu erklären und ihm zu helfen. Zum Beispiel sagt er in „Die Briefmarke": „Das müssen wir ausprobieren, damit Sie [Herricht] sich nicht blamieren." Ich denke, Preil mag Herricht. Er will dem Publikum zeigen, dass er der Überlegene ist, aber böse ist er nicht.

Wichtig ist für mich bei der Vorbereitung die Arbeit mit den CDs und den DVDs. Ansonsten probieren wir viel aus und arbeiten mit den Texten, die wir mit eigenen Ideen ergänzen.

Das so zu sagen wäre ein bisschen überdramatisiert. Aber ja – vor den Auftritten verspüre ich schon eine gewisse Nervosität. Ich denke, es wäre schlecht, wenn man so etwas nicht spürt. Das zeugt für mich von Respekt vor der Sache. Lampenfieber gehört dazu.